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Coney Island

Coney Island ist eine Halbinsel an der Südspitze von Long Island direkt an der Atlantikküste. Auch eine New Yorker Gemeinde im Stadtteil Brooklyn trägt den Namen Coney Island, sie stellt aber nur den südwestlichen Teil der Halbinsel dar. Coney Island war tatsächlich einmal eine Insel. Die schmale Meerenge Coney Island Creek trennte sie von Long Island ab. Als in den 1940er Jahren allerdings der Bau einer Stadtautobahn begann, wurde die Meerenge etwa zur Hälfte aufgeschüttet.

Heute ist Coney Island vor allem durch seine Vergnügungsparks und seine Hochhaussiedlungen bekannt. Aufgrund des hohen Anteils an russischer Bevölkerung wird die Gegend der Wohnblöcke auch „Little Odessa“ genannt. Außerdem liegt die Wiege des weltbekannten und allseits beliebten „Hot Dogs“ auf Coney Island. Charles Feltman, sein Erfinder, startete 1867 mit einer Würstchenbude auf Coney Island und brachte es schließlich bis zu einem Gastronomiebetrieb mit Biergarten und Strandbad für mehrere Tausend Gäste.

Coney Island blickt auf eine interessante Geschichte zurück. Zum Bade- und Freizeitort wurde die heutige Halbinsel nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg. Wohlhabende Bürger tauschten ihr New Yorker Stadtleben gegen das 20 Kilometer entfernte Urlaubsflair fern der Großstadthektik. Mit dem wachsenden Besucherstrom zog es allerdings auch weniger feine Etablissements des Glücksspiels und der Prostitution an. Mit der Eröffnung dreier Pferderennbahnen wurde Coney Island zum Zentrum des Pferderennens, bis die Kirche Pferdewetten 1908 verbot.

Coney Island

Coney Island ©iStockphoto/Terraxplorer

Mit dem Anschluss Coney Islands an die Eisenbahn und später an das New Yorker U-Bahn Netz wurde die Halbinsel auch für die breite Masse und für ärmere Bevölkerungsschichten zugänglich. Aufgrund des damaligen 5-Cent-Tarifs für die einfache Fahrt verdiente sich Coney Island den Spitznamen „Nickel Empire“.

Bis zum Zweiten Weltkrieg entstand der damals weltgrößte, zusammenhängende Freizeitpark auf Coney Island, der Millionen von Besuchern anlockte. Dazu zählte zum Beispiel das „Astroland“ mit seinen berühmten Attraktionen wie dem 84 Meter hohen Panoramaturm „Astrotower“ und der Achterbahn „Cyclone“, die heute unter Denkmalschutz steht. Im September 2008 hat das „Astroland“ seine Pforten jedoch für immer geschlossen. Daneben befindet sich seit 1983 der „Deno’s Wonder Wheel Amusement Park“ mit seinem gigantischen Riesenrad, das heute zu den Wahrzeichen New Yorks zählt. Eine weitere Sehenswürdigkeit ist der Fallschirmsprungturm „Parachute Jump“, der auch als „Eiffelturm von Brooklyn“ bezeichnet wird. Ursprünglich war der Turm ein Teil der New Yorker Weltausstellung von 1939 im Flushing Meadows Park, bis die Betreiber des früheren „Steeplechase Parks“ ihn in ihr Konzept integrierten. Bis 1968 war der „Parachute Jump“ als Fahrgeschäft in Betrieb. Der 80 Meter hohe und 150 Tonnen schwere Turm zählt heute ebenfalls zu den Wahrzeichen der Stadt und steht unter Denkmalschutz. Nachts präsentiert er sich in verschiedenen Farben beleuchtet.

Auch aufgrund des 1957 eröffneten New York Aquariums ist Coney Island eine Reise wert. Die atemberaubende Unterwasserwelt mit über 20.000 Meerestieren kann hier bestaunt werden, darunter zahlreiche Fischarten sowie Walrosse, Seelöwen und Delfine. Aufsehen erregte auch das schwule Pinguinpärchen Roy and Silo.

Nachdem heutzutage vor allem Sozialwohnungen das Stadtbild prägen und Coney Island seinen guten Ruf als Badeparadies und Ort der zahlreichen Vergnügungsparks immer mehr verloren hat, ist nun geplant, die Halbinsel langfristig zu einer Art Szeneviertel wie Greenwich Village umzuwandeln.